Was muss ich beachten bevor ich meinen Shopware-Shop live schalte?

Aktualisierung: 01.10.2017

Ein Livegang ist eine stressige Angelegenheit. Für einen sauberen Ablauf ist es extrem wichtig, eine gute Checkliste zu haben. Abgesehen von den technischen Aspekten (DNS, Server, SSL-Zertifikate etc.) gibt es auch im Shopware-Backend einiges zu tun.

Ich möchte Euch die meines Erachtens wichtigsten Punkte für den Livegang mit Shopware nennen:

1. Sind die Versandkosten korrekt konfiguriert?

In welche Länder liefere ich, zu welchen Versandkosten und wie dürfen die Kunden zahlen? Das Zusammenspiel der Versandarten, Zahlungsarten und Länder sollte gründlich durchdacht und vor dem Live-Gang nochmal kontrolliert werden.

2. Sind Mindestbestellwert und der entsprechende Zuschlag korrekt eingestellt?

Möchtest Du überhaupt einen Mindestbestellwert haben? Die Optionen dazu verstecken sich unter “Einstellungen > Grundeinstellungen > Kundengruppen”.

3. Umstellung der Zahlarten von Sandbox auf live und Durchführung von Testbestellungen mit allen Zahlungsarten unter Verwendung echter Daten

Auch wenn es aufwändig ist, halte ich diesen Schritt für wichtig. Die Zahlungen, welche in der Sandbox einwandfrei funktionierten, streiken möglicherweise auf einmal im Produktivmodus mit den Live-Daten.

4. Änderung der Shopbetreiber-E-Mail. Sind die übrigen Stammdaten korrekt?

Shopware schickt die Bestellmails an die dort hinterlegte E-Mail-Adresse. Stellt man sie nicht um, landen die Bestellmails beim Entwickler oder in der Agentur. Die Umstellung erfolgt unter “Grundeinstellungen > Stammdaten”.

5. Wohin gehen die E-Mails, welche über die Kontaktformulare verschickt werden? Gehen die E-Mails überhaupt raus?

Dies wird bei jedem Formular unter Inhalte > Formulare definiert. Dort können diese E-Mails auch inhaltlich angepasst werden.

6. Sind die Transaktions-E-Mails und die PDF-Belege angepasst und mit dem Firmenlogo versehen? Auch hier: Gehen die E-Mails überhaupt raus?

Es ist recht uncool, wenn die Bestelleingangsbestätigung mit dem Shopware-Logo an den Kunden geschickt wird. Spätestens beim Test der Transaktions-E-Mails sollte dies jedoch auffallen. Den Test hast Du doch durchgeführt, oder?

7. Sind alle Rechtstexte eingebunden und korrekt?

Impressum, AGB, Datenschutz und Widerrufsrecht: Diese äußerst wichtigen Inhalte solltest Du grundsätzlich aktuell und passend für Dein Business haben und halten. Ein “Lorem ipsum” dort besitzt schon eine gewisse Komik, ist aber wahrscheinlich ein gefundenes Fressen für Anwälte.

8. Die Live-Domain bei Shopware registrieren und die Plugin-Kauflizenzen ggf. umschreiben

Bei Shopware werden die Lizenzen exakt auf die Domain ausgestellt. www.mein-cooler-shop.de ist nicht das gleiche wie stage.mein-cooler-shop.de. In solchen Fällen müssten die Kauflizenzen umgeschrieben werden, sonst verweigern sie ihre Dienste. Die anderen Plugins können ggf. neu geladen werden.

9. Das Favicon ändern

Dieses kleine Bildchen wird oft vergessen und es sieht wirklich nicht gut aus, wenn man mit dem Standardicon unterwegs ist.

10. Den Host umstellen

Unter “Grundeinstellungen > Shops” wird die Domain umgestellt. Tut man es nicht, leitet Shopware unsere Besucher dorthin weiter, wo wir sie nicht gerne hätten.

11. CSS Source Map erstellen, deaktivieren

Es ist nicht nötig diese Debug-Informationen im Live-Betrieb zur Verfügung zu stellen. Theme-Manager > Einstellungen.

12. Den Produktivmodus einstellen, alle Caches leeren und vorwärmen

Shopware ohne Cache oder mit leerem Cache ist extrem langsam. Seiten bauen sich mehrere Sekunden auf. Darum ist es wichtig, die Caches zu aktivieren und zu füllen.

13. Laufen die Cron-Jobs?

Die Cron-Jobs sind der Herzschlag von Shopware. Damit wird Shopware funktionsfähig gehalten: Es werden die Caches geleert und andere Sachen bereinigt. Die Cronjobs sorgen auch dafür, dass die Transaktionen bestätigt und aktualisiert werden. Die Aktualität der Suche, der Topseller etc. hängt davon ab, ob diese Jobs regelmäßig laufen.

14. Passwortschutz der Umgebung und die Debug-Einstellungen aus der config.php entfernen

Die Umgebung sollte bis zum Launch vor unerwünschten Zugriffen geschützt werden. Dieser Schutz muss zum Launch entfernt werden. Sind die Zugangsdaten im Browser gespeichert, merkt man oft nicht, dass der Schutz weiterhin besteht.

Während der Entwicklung will man genaue Fehlermeldungen erhalten. Live hingegen möchte man so wenige technische Details wie möglich preisgeben. Darum sollten in der config.php sämtliche Debug-Optionen ausgeschaltet werden. Ebenfalls dort finden sich Optionen, die das Caching deaktivieren, welches sich ungünstig auf die Performance des Shops auswirkt (s. Punkt 12).

15. Performance Checks & Systeminfo: sind alle Parameter noch grün?

Auch hier sollte man einen Blick darauf werfen: sind die PHP-Caches aktiviert? Passen noch die Versionen, ist genug Speicherplatz vorhanden?

16. Sektkorken knallen lassen, ich gratuliere - Du bist live!

Die ersten Besucher kommen in den Shop, der Server bekommt seine erste Last. Vergesse nicht, die Performance im Auge zu behalten, um die Serverleistung bei Bedarf zu erhöhen. Eine schlechte Ladezeit der Seite stellt einen großen Umsatzkiller dar.

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